Unser Jahresthema: SPUREN

 Spuren...

Spuren, so heißt das neue Thema für uns im neuen Kindergartenjahr.

An unserem Rahmenplan können Sie im Situationsbericht lesen: „Wir hinterlassen Spuren, wo immer wir auch gehn. Wir hinterlassen Spuren und jeder kann sie sehn.“ So können Sie am Rahmenplan in Wort und Bild miterleben, wie wir mit den Kindern in diese Thematik einsteigen.


Aber jetzt möchten wir Sie einladen, sich einmal kurz auf unsere eigene Spurensuche begeben.


Bei allem, was wir tun, hinterlassen wir Spuren und prägen unsere Umgebung. Andererseits sind auch wir geprägt und tragen Spuren in uns – sowohl willkommene als auch solche die uns behindern.


Häufig sind wir mit Veränderungen konfrontiert. In vielen Lebensphasen wird eine Auseinandersetzung mit der eigenen Lebensgeschichte gesucht und gebraucht. Wir suchen nach neuer Orientierung und eine Quelle für diese Suche ist die eigene Lebensgeschichte.

Beim Eintauchen in diese gehen wir auf eine  Reise  zu unseren Spuren. Mit einer tieferen und ungewohnten Betrachtungsweise werden Türen geöffnet, die im alltäglichen Umgang mit Biographie verschlossen bleiben. Wir erinnern uns an Ereignisse und Lebensbedingungen, die die  Persönlichkeit geformt haben.   Wie bin ich aufgewachsen? Welche „dicken Freundschaften“ gab es in meinem Leben? Wo gab es Brüche in meinem Leben?  Was ist aus meinen Träumen geworden, Pilot, Entwicklungshelferin, Opernsängerin…. zu werden?

Mit der „Spurensuche“ können wir Antworten in uns selbst, in unserer Lebensgeschichte und in den Lebensgeschichten der anderen finden.

 

 

Spuren im Sand

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten,
Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben.
Und jedes mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.
Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen
war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte,
dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur
zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn:
"Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du
mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten
meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am
meisten brauchte?"

Da antwortete er:
"Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie
allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen."